Woher kommt die Feuchtigkeit in Ihrem Keller?
Feuchtigkeit im Keller hat fast immer eine von drei Ursachen. Welche es ist, lässt sich oft schon an ein paar Anzeichen erkennen. Wir haben die drei hier aufgeschrieben, ohne Fachbegriffe. Lesen Sie einfach, was auf Ihren Keller am ehesten zutrifft.
Eines vorweg: Nicht jede feuchte Kellerwand ist ein Bauschaden. Manchmal reicht es, etwas im Alltag zu ändern. Das sagen wir Ihnen dann auch so.
1. Die Feuchtigkeit steigt von unten in die Wand
Das Mauerwerk zieht Wasser aus dem Boden nach oben, wie ein Schwamm. Bei älteren Häusern ist das die häufigste Ursache, weil früher oft keine Sperrschicht eingebaut wurde oder sie im Laufe der Jahrzehnte durchlässig geworden ist.
Daran erkennen Sie es: Der feuchte Bereich zieht sich als waagerechtes Band durch die Wand und wird nach oben hin trockener. Er ist das ganze Jahr über da, bei Regen wie bei Trockenheit. Häufig platzt der Putz ab, oder es zeigt sich ein weißer, krümeliger Belag – das sind Salze, die das Wasser aus der Wand mitgebracht hat.
Was dann sinnvoll ist: Eine nachträgliche Sperre im Mauerwerk. Dabei wird ein Dichtstoff in die Wand gepresst, der das Wasser stoppt. Ausschachten ist dafür in den meisten Fällen nicht nötig. Mehr dazu auf der Seite Horizontalsperre.
2. Wasser drückt von außen gegen die Wand
Regenwasser sammelt sich neben dem Haus und findet einen Weg durch die Kellerwand. Oft steckt etwas Einfaches dahinter: ein undichtes Fallrohr, ein Gelände, das zum Haus hin abfällt, oder eine beschädigte Abdichtung an der Außenseite.
Daran erkennen Sie es: Die Feuchtigkeit kommt in Schüben – nach starkem Regen oder im Frühjahr, wenn der Schnee schmilzt. Oft ist nur eine Wand betroffen, meist die zur Wetterseite. In hartnäckigen Fällen steht Wasser auf dem Kellerboden.
Was dann sinnvoll ist: Zuerst draußen nachsehen. Ein verstopftes Fallrohr ist schnell behoben und spart Ihnen unter Umständen eine größere Maßnahme. Bleibt es feucht, hilft eine Abdichtung – entweder von außen oder, wenn kein Platz zum Graben ist, von innen. Siehe Kellerabdichtung.
3. Warme Luft schlägt sich an der kühlen Wand nieder
Das ist die Ursache, die am häufigsten übersehen wird – und die gute Nachricht: Hier liegt meist gar kein Bauschaden vor. Wer im Sommer den Keller lüftet, holt warme, feuchte Luft herein. An den kühlen Kellerwänden wird sie zu Wasser, so wie an einem kalten Getränkeglas. Gut gemeintes Lüften macht den Keller dann feuchter statt trockener.
Daran erkennen Sie es: Es wird im Sommer schlimmer und im Winter besser. Die Wände fühlen sich klamm an, ohne dass der Putz abplatzt. Häufig riecht es muffig, und an kühlen Ecken oder hinter Möbeln zeigt sich Schimmel.
Was dann sinnvoll ist: Im Sommer nur frühmorgens oder nachts lüften, wenn die Außenluft kühler ist als der Keller. Tagsüber Fenster zu. Oft reicht das schon. Wenn nicht, hilft ein Bautrockner über einige Wochen.
Mehrere Ursachen zugleich sind normal
In der Praxis treffen wir oft eine Mischung an: eine Wand, die von unten Wasser zieht, und zusätzlich falsches Lüften im Sommer. Deshalb lässt sich aus der Ferne nie mit letzter Sicherheit sagen, was bei Ihnen vorliegt. Eine Messung vor Ort bringt in einer halben Stunde Klarheit – bei uns ist sie kostenlos und unverbindlich.
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